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Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit von Startups

Posted on | April 21, 2011 | 3 Comments

Wie sollen potenzielle Kunden wissen, dass es deine Firma überhaupt gibt?! Ganz klar: Du musst dafür sorgen, dass dein Unternehmen und seine Produkte „da draußen“ bekannt werden. Das Zauberwort heißt Öffentlichkeitsarbeit.

Im heutigen Gastbeitrag erhaltet ihr Expertentipps aus erster Hand. Kathrein Bönsch, geschäftsführende Gesellschafterin der a.b.media GmbH in Hameln weiß, wie PR-Neulinge auch ohne nennenswertes Werbebudget wirkungsvoll auf sich aufmerksam machen können.

Öffentlichkeitsarbeit = Werbung + PR

Eine ausgefeilte Strategie zur Öffentlichkeitsarbeit ist gerade für junge Unternehmen von unschätzbarer Bedeutung, denn ohne diese ist der Geschäftserfolg kaum mehr bei den Zielkunden wahrnehmbar. Sagte man vor einigen Jahren noch, „trommeln gehört zum Handwerk“ und damit war stets ein ordentliches Budget für die Werbung gemeint, so weiß der Medienfachmann heute, dass mit Werbung allein in der Regel das Image des neu gegründeten Unternehmens nicht aufzubauen ist und höchstens, wenn überhaupt, erste Kaufimpulse auslöst werden können. Darüber hinaus ist ein ordentliches, wirksames Werbebudget gerade für junge Unternehmer eine nahezu unüberwindliche Hürde.

Auf der anderen Seite steht das Start-Up-Unternehmen aber nun einmal vor den Herausforderungen, sich schnell einen guten Namen zu machen, die Geschäftsidee erkennbar zu machen und sich selbst mit Produkten und Leistungen im Markt als willkommene Alternative wirkungsvoll und effektiv anzubieten. Wie also schafft man das heute, in einer Zeit, in der jeder von uns überhäuft wird mit einer wahren Flut an Informationen und Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Produkte nur noch selektiv wahr nimmt?

Die gekonnte Ergänzung zum wohl überlegten und sehr gut geplanten Werbebudget sind gezielte PR-Kampagnen und zwar zum einen über die Printmedien (regional, Fachpresse, Kammer- und Verbands/-zeitungen/-zeitschriften, Anzeigenblätter etc.) und zum zweiten über die Online-Presseportale. Wobei heute, im Zeitalter von „WEB2“ eine eigene Presse- und Kampagnenwebsite oder ein eigenes Unternehmer-BLog mit Verbindung zu den sozialen Netzwerken, wie Facebook und Twitter darüber hinaus eine gute und kostengünstige Ergänzung darstellt.

Am Anfang steht die Idee

Wer gute Öffentlichkeitsarbeit machen will, der braucht vor allem eines: Eine wirkungsvolle Idee, eine Story, die nicht nur die Herzen einer potentiellen Leserschaft rührt, sie muss vor allem von den Journalisten als interessant und „druckbar“ klassifiziert werden. Und um das einmal ganz klar zu machen: Journalisten, ganz gleich ob Fachredakteure oder regionale Größen, haben ein feines Gespür für Nachrichten und Sensationen, aber sie wittern auch verpackte Werbebotschaften und sind sie auch noch so gut eingepackt. Verpackte Werbebotschaften lehnen sie ab! Diese wandern umgehend ungelesen in den Papierkorb! Wer dieses eiserne Gesetz verstanden hat, der kann eigentlich nicht mehr so viel falsch machen.

Es folgen ein paar Ratschläge, die selbst einem in der Öffentlichkeitsarbeit unerfahrenen Neugründer die Tür in die Welt der Redaktionen zu öffnen.

1. Sie müssen für das Medium und die Öffentlichkeit attraktiv sein

Fragen Sie sich ein Mal, was könnte für die Redaktion von Bedeutung sein? Ist es vielleicht die Innovation? Vielleicht ein außergewöhnlich hilfreiches neues Produkt? Oder ein Preis, den Sie gewonnen haben? Vielleicht auch eine Dienstleistung, die in Ihrer Branche noch nie da gewesen ist? Möglicherweise gibt es eine zündende Idee rund um ihre Unternehmens- oder Mitarbeiterführung, die die Redaktion begeistert? Auch ihr ehrenamtliches Engagement für den guten Zweck könnte überzeugen. Oder veranstalten Sie einen Tag der offenen Tür, der für ein breites Publikum interessant ist. Sie könnten auch eine Fachtagung in Ihren Räumen durchführen. Manchmal können Sie auch Themen aufgreifen, die allgemein im Fokus der Öffentlichkeit stehen und diese auf Ihre Produkte und Leistungen übertragen. Zum Beispiel Themen wie „Energiewende“, „Frau in Führungsposition“, „Engagement für Ausbildung“, werden wahrgenommen und helfen beim Aufbau Ihres Images. Ihre Botschaft muss auf jeden Fall aktuell sein, für die Leserschaft des Mediums von Bedeutung, Fortschritt oder Folgenschwere zeigen und einfach Nähe zu den Lesern schaffen, also interessant sein. Im Zweifel fragen Sie einfach einmal in der Redaktion nach, was von ihren Ideen interessant sein könnte. Und damit kommen wir schon zum zweiten Rat.

2. Persönlicher Kontakt schafft Erfolg

Bauen Sie einen persönlichen Kontakt zu den Redakteuren auf. Wenn diese Vertrauen zu Ihnen haben und sie außerdem persönlich kennen, werden sie gewiss wenigstens ihre Pressemeldungen lesen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass über sie berichtet wird, wenn ihre Pressemeldung gut aufgebaut ist.

3. Weniger Text ist besser als schlechter Text

Sollten Sie nicht sicher sein, wie man eine Pressemeldung textet, dann lassen Sie es besser sein. Es ist immer besser, nur Stichpunkte und Fakten aufzuschreiben und dem Journalisten das Texten zu überlassen. Der hat das nämlich gelernt und weiß, wie es geht. Wenn Sie ganz auf Nummer sicher gehen wollen, dass Sie richtig zitiert werden und ihre Botschaft richtig verstanden wurde, bitten Sie darum, den Text frei geben zu dürfen. Meist ist das kein großes Problem.

4. Was zählt, sind Fakten

Falls Sie selbst texten möchten, dann achten Sie darauf, dass Ihre Botschaften auf keinen Fall werbend sind. Aktuell, klar, wahr und informativ sollten ihre Meldungen sein, ganz gleich, ob Sie Kunden in einem Newsletter informieren oder eine Fachredaktion. Beginnen Sie stets mit einer kurzen Einleitung, der nur einige Zeilen umfasst. Hier geben Sie direkt Auskunft zu den wichtigen Fragen, die sich ein potentieller Leser stellen würde: Wer schreibt? Wann war/ist das Ereignis? Welches Ereignis? Wo fand/findet es statt? In der Meldung selbst beschreiben Sie dann detailliert das Wie? Und das Warum? Behauptungen gehören immer als Zitat in Anführungszeichen. Das einzige, was zählt sind Fakten. Blumige Beschreibungen sind verboten und Superlative ebenfalls. Alle unnützen Füllworte lassen Sie besser einfach weg und der Punkt ist dem Komma vorzuziehen. Zu Grafiken und Bildern gehören Bildunterschriften. Damit sind wir auch schon bei der Form der Meldung.

5. Auf die richtige Form achten

Journalisten mögen digitale Schreiben via E-Mail. Ihre Meldung sollte als editierbare Anlage, z.B. als Worddatei angehängt werden. In der E-Mail macht es sich gut, wenn Sie den Redakteur persönlich ansprechen und eine Kurzzusammenfassung des angehängten Inhaltes bieten. Vergessen Sie hier auch auf keinen Fall Ihre vollständigen Kontaktdaten! Die Meldung selbst sollte in leicht lesbarer Form mit einem Zeilenabstand von 1,5 in 12 Punkt verfasst sein und einen großen Rand lassen, damit der Journalist sich Notizen machen kann. Texten Sie eine griffige Headline und nutzen Sie zusammenfassende Zwischenüberschriften zur Gliederung. Fassen Sie Ihre Meldungen nach. Manchmal geht auch dem besten Journalisten eine Meldung im Tagesgeschäft unter, selbst wenn sie interessant ist.

6. Regelmäßigkeit schafft Aufmerksamkeit

Das Geheimnis guter Öffentlichkeitsarbeit steht und fällt mit der Regelmäßigkeit. Am Besten ist es, wenn Sie sich dazu eine Jahresplanung machen, die sich um aktuelle Ereignisse jederzeit ergänzen lässt. Surfen Sie selbst ab und zu im Internet und schauen Sie einmal was ihr Wettbewerb Interessantes zu berichten hat. Meist fallen Ihnen genau dabei weiter führende Ideen und Alternativen ein. Nehmen Sie sich jeden Monat 1-2 Stunden dafür Zeit, selbst wenn Sie im Tagesgeschäft auf einen übervollen Schreibtisch blicken. Gute PR und Öffentlichkeitsarbeit hilft Ihnen sehr und das Beste fast zum Schluss: Sie kostet nur Mühe und kein Geld.

7. Onlinemedien nutzen

Wer mit den digitalen WEB2-Welten vertraut ist, der stellt seine eigenen Botschaften auch ins Internet, auf die eigene Website im aktuellen Bereich, in das Unternehmens-Blog und in die sozialen Netzwerke, wie Facebook und Twitter. Das sorgt für eine zusätzliche Verbreitung und lässt nach und nach Ihr Unternehmen erkennbar werden. Dass die relevanten Suchmaschinen, wie Google, ausschließlich Inhalte wahrnehmen, das möchte ich natürlich zum Abschluss nicht unerwähnt lassen.

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3 Responses to “Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit von Startups”

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