(K)eine tragfähige Geschäftsidee
Posted on | März 5, 2011 | 6 Comments
Egal, ob du eine Kneipe eröffnen, dich als Programmierer selbstständig machen oder eine geniale Erfindung vermarkten willst. Eines ist mal klar: Deine Idee ist der Anfang von allem.
In meinem Bekanntenkreis gibt es einerseits Leute, die ihr ganzes Angestelltenleben davon träumen, endlich mit einer eigenen Idee durchzustarten – aber sie hatten bislang keine brauchbare. Andererseits kenne ich auch einige, die wie am Fließband Geschäftsideen produzieren, permanent irgend ein Projekt entwickeln oder vor sich hin tüfteln und erfinden…
Ist es nun leicht oder ist es schwer, eine gute Geschäftsidee zu finden?! Ich glaube: Es ist leicht! Du brauchst lediglich offene Sinne, ein wenig Handwerkszeug und die nötige Gelassenheit. In diesem Artikel geht es um folgendes:
- Was macht eine gute Geschäftsidee aus?
- Wie finde ich eine gute Geschäftsidee?
- Wie kann ich eine gute Geschäftsidee schützen?
- Wie finde ich einen Geldgeber für meine Geschäftsidee?
Die nachfolgenden Tipps sind ein Beitrag zur Blogparade von Martin Grünstäudl aus Österreich, der aktuell die wichtigsten Tipps für angehende Unternehmer zusammenträgt.
Gute Geschäftsideen entwickeln
Egal ob du bislang vergeblich auf eine geniale Eingebung gewartet hast oder ob du ein Dauer-Kreativer bist, der sich vor Ideen kaum retten kann… Es mag dich beruhigen zu hören, dass keine Idee von Beginn an „fertig“ ist. Jede Geschäftsidee – auch der brillanteste Geistesblitz – muss erst einmal reifen und sich entwickeln.
Tipps für die Ideenfindung
Geschäftsideen findet man weniger durch angestrengtes Nachdenken als vielmehr durch aufmerksames Durch-die-Welt-gehen. Enttäuschte Kunden, besondere Interessengruppen, „öde“ Regionen, ausländische Websites uvm. sind spannende Inspirationsquellen.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass dir wirklich gar nichts einfällt oder du lieber auf Nummer sicher gehen willst und deshalb nach einer bereits erprobten Geschäftsidee suchst, kannst du dich natürlich auch auf die Suche nach einem passenden Franchise-System machen oder ein bereits etabliertes Unternehmen übernehmen. Wie du das schlau anstellst, habe ich vor einiger Zeit bereits einmal beschrieben:
Zurück zur Ideensuche: Am Anfang streifst du einfach nur umher. Denn du weißt ja noch nicht, wonach du suchst… Sammle einfach alles Interessante ein. Bewerten und verwerfen kannst du es später immer noch. Für die Phase der Ideengenerierung kannst du dir ein paar Kreativitätstechniken zur Hilfe nehmen. Zu den bekannteren und leicht zu verwendenden zählen z.B. Brainstorming und Mindmapping.
Tipps für den Ideencheck
Wenn du schließlich meinst, einen aufregenden Ansatz gefunden zu haben, dir also z.B. eine konkrete Produktidee vorschwebt, beginnt die Phase der kritischen Überprüfung. Hier helfen dir Internetrecherchen sowie Gespräche mit Freunden, Fachleuten und potenziellen Kunden.
Finde Antworten auf folgende Fragen:
- Wer ist der Kunde für das Produkt?
- Warum soll der Kunde das Produkt kaufen? Welches Bedürfnis wird erfüllt?
- Was ist das Alleinstellungsmerkmal (= unique selling proposition, sog. USP)
- Wie gelangt das Produkt zum Kunden?
- Was genau ist das Neue / das Bessere der Geschäftsidee?
- Inwiefern ist die Geschäftsidee einzigartig? Ist sie eventuell sogar patentrechtlich geschützt?
- Warum ist das Produkt vergleichbaren Alternativen überlegen?
- Was sind die Wettbewerbsvorteile und wie leicht kann ein Mitbewerber diese Vorteile einfach kopieren?
- Lässt sich mit dem Produkt Geld verdienen? Wie hoch sind die Kosten und erzielbaren Preise?
In der Diskussion mit anderen bekommst du außerdem evtl. Anregungen und Hinweise, welche Abwandlungen und Ergänzungen deine Idee noch attraktiver machen…
Fakten, Fakten, Fakten…
Wenn du nach diesem Ideencheck immer noch heiß auf deine Idee bist, beginnt die Analysearbeit. Du untersuchst also…
- den Markt,
- die Konkurrenz,
- machst dir ein Bild von den genauen Bedürfnissen deiner Zielgruppe und
- prüfst deren Zahlungsbereitschaft für dein Produkt.
Dann befasst du dich mit dem Aspekt der Machbarkeit, damit du einen Überblick darüber bekommst, wie viel Zeit und Geld du für die Umsetzung aufwenden musst.
Und last but not least hinterfragst du die Profitabilität deiner Geschäftsidee. Denn sie soll sich ja nicht nur selbst tragen sondern möglichst auch dich.
Will ich das wirklich?!
Apropos du: Vergiss nicht, dich auch mit der Frage auseinanderzusetzen, wie gut du und deine Ideen zusammenpassen. Denn du bist ein nicht zu vernachlässigender Erfolgsfaktor deiner Geschäftsidee.
Nicht jeder, der von der eigenen Kneipe träumt, wäre auch ein guter Wirt…
Hier ein paar Fragen, die du dir diesbezüglich stellen kannst:
- Bist du auf dem Gebiet fachlich auf der Höhe oder Branchenkenner?
- Hast du Herzblut für die Sache?
- Gibt es beruflich und privat Unterstützung für dein Vorhaben?
- Bist du bereit, die Idee auch in die Tat umzusetzen?
Strategisch denken
Wenn du nach all diesen Überlegungen immer noch frohen Mutes bist und deine Geschäftsidee dich noch immer in helle Aufregung versetzt, solltest du einen Gedanken an die Zukunft verschwenden…
Folgende Fragen helfen dir bei der Beurteilung der Langfristperspektive deiner Geschäftsidee:
- In welche Richtungen könnte sich deine Idee entwickeln?
- Welche Ausbaustufen fallen dir für deine Geschäftsidee ein?
- Welche technologischen oder rechtlichen Veränderungen könnten zur Gefahr für deine Geschäftsidee werden?
- Wirst du auch in ein paar Jahren noch Spaß an der Umsetzung dieses Themas haben?
Schutz guter Ideen
„Nichts auf der Welt ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ – Victor Hugo
So wertvoll der oben vorgeschlagene Austausch mit Dritten auch ist… Sei wählerisch in Bezug auf deine Diskussionspartner. Es wäre ärgerlich, wenn dir eine wirklich gute Idee vor der Nase weggeschnappt würde, oder? Du musst einen Mittelweg finden, der die Idee genügend schützt, aber auch einen Meinungsaustausch zulässt. Wie geht das?
Patentierung
Vor allem bei wirklich neuen Produkten ist eine frühzeitige Patentierung unter Umständen empfehlenswert. Erfahrene Patentanwälte sind hier hilfreich.
Vertraulichkeitserklärung
Obwohl Anwälte und Bankangestellte bereits gesetzlich zur Vertraulichkeit verpflichtet sind und Risikokapitalgeber wie professionelle Gründungsberater ein ebenso starkes Interesse daran haben, kann eine Vertraulichkeitserklärung sinnvoll sein, z.B. wenn du dich als Teilnehmer eines Businessplan Wettbewerbs mit deiner Geschäftsidee in einer größeren Öffentlichkeit bewegst.
Rasche Umsetzung
Der vermutlich beste Schutz vor Ideenklau besteht darin, dein Vorhaben zügig umzusetzen. Zwischen einer Idee und einem erfolgreichen Unternehmen liegt
ein Welt! Dieser Aufwand, die so genannte Eintrittsbarriere, muss erst einmal bewältigt werden. Am Ende siegt der schnellere Wagen und nicht der mit der besseren Bereifung!
Präsentation gegenüber Investoren
Wenn du für die Umsetzung deiner Idee fremdes Geld brauchst, musst du deine Geschäftsidee (und noch einiges mehr) vor potenziellen Investoren, z.B. einer Bank oder einem Venture Capitalist, präsentieren. Hier zu punkten, ist das A und O. Es geht also darum, aufzufallen und Interesse zu wecken. Die Zeit und damit Aufmerksamkeitsspanne dieser Berufsgruppen ist naturgemäß knapp…
Hinsichtlich der Präsentation von Geschäftsideen vor Investoren gelten neben Klarheit sowie inhaltlicher und sprachlicher Prägnanz folgende formale Anforderungen:
Titelblatt
- Name des Produkts oder der Dienstleistung
- Namen der einreichenden Personen
- Verweis auf Vertraulichkeit des Dokuments
- Abbildung des Produkts oder der Dienstleistung in Aktion, falls sinnvoll
Text
- 4-7 Seiten (weniger ist mehr…)
- Klare Struktur, gute Gliederung mit Zwischenüberschriften und Einzügen
Bildmaterial und Tabellen
- Maximal vier Abbildungen als Anhang – im Text explizit darauf verweisen
- Einfache, klare Darstellung
- Einheitliches Format
Fazit
Eine Geschäftsidee ist dann erfolgversprechend, wenn sie über folgende fünf Eigenschaften verfügt:
- Klarer Kundennutzen
- Ausreichend großer Markt
- Ausreichender Innovationsgrad
- Machbarkeit
- Profitabilität.
Ob du wirklich Erfolg haben wirst, hängt aber letztlich davon ab, wie gut du darin bist, der Idee Leben einzuhauchen – sie schlicht und einfach umzusetzen.
Erfolgreiches Unternehmer brauchen nämlich in erster Linie Macher-Qualitäten – und natürlich auch ein Quäntchen Glück! Los geht’s…
Bildquelle: Flickr, Liquid Oh
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Tags: Geschäftsidee > Idee > Ideencheck > Investoren > Kapitalgeber > Patent > Vertraulichkeitserklärung
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6 Responses to “(K)eine tragfähige Geschäftsidee”
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März 7th, 2011 @ 11:04 AM
[...] Schmidt (startup-erfolg.de): (K)eine tragfähige Geschäftsidee [...]
März 7th, 2011 @ 2:49 PM
[...] Kathrin Schmidt (startup-erfolg.de): (K)eine tragfähige Geschäftsidee [...]
März 7th, 2011 @ 2:59 PM
[...] Kathrin Schmidt (startup-erfolg.de): (K)eine tragfähige Geschäftsidee [...]
Juni 7th, 2011 @ 4:34 PM
[...] (K)eine tragfähige Geschäftsidee [...]
September 21st, 2011 @ 10:12 AM
Hallo, schöner Artikel zu einem Thema, mit dem ich mich seit einiger Zeit beschäftige. Mittlerweile bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, dass es DIE Geschäftsidee nicht gibt. Viel zu viele gute Ideen werden nicht weiterverfolgt, weil viel zu viel recherchiert wird. Klar, wenn eine riesige Investition dranhängt, würde ich auch auf Nummer sicher gehen. Aber mittlerweile gibt es so viele Möglichkeiten, sich ohne grosses Startkapital selbstständig zu machen. Das beste Konzept entwickelt sich durch Ausprobieren. Einfach mal kleine Projekte starten und sehen, wo diese einen hinbringen. Am besten nicht gleich seinen sicheren Job kündigen. Es bedeutet auch nicht, dass man automatisch glücklich sein wird, nur weil man eine lukrative Geschäftsidee umsetzt. Diese sollte auch mit den eigenen Stärken übereinstimmen. Ich bin immer noch auf der Suche…..
http://freilaufmenschen.wordpress.com/
Oktober 4th, 2011 @ 3:46 PM
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