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7 Tipps für die Wahl eines guten Firmennamens

Posted on | Februar 8, 2011 | 3 Comments

Schon mal auf dem Spielplatz nach Clara oder Lukas gerufen und – anstatt das eigene Kind heranzurufen – eine halbe Schulklasse zusammengetrommelt?! Nicht nur bei Kindern ist die Wahl eines Namens eine bedeutende Angelegenheit. Auch für Unternehmen ist es wichtig, ob ihre Gründer bei der Wahl eines guten Firmennamens über ein glückliches Händchen verfügen.

Was gefällt dir? Wie wirkt der Name auf Kunden? Welche rechtlichen Anforderungen gibt es? Ist eine Domain verfügbar? – …

Was du bei der Wahl eines Firmennamens alles bedenken kannst/musst, liest du in diesem Beitrag.

Ach ja, der Vollständigkeit halber: Die folgenden Aussagen sind meine persönliche Meinung und keine individuelle Rechtsberatung…

Rechtliches

Bei der Wahl eines passenden Namens für dein Unternehmen musst du dich – je nachdem, was du vorhast – innerhalb bestimmter juristischen Rahmenbedingungen bewegen, z. B. handels-/ gesellschaftsrechtliche und markenrechtliche Bestimmungen einhalten.

Eine wichtige Einschränkung bzgl. der Namenswahl ergibt sich aus der Rechtsform deines Unternehmens: Es gibt Firmen mit Eintrag und Firmen ohne Eintrag in das Handelsregister.

Unternehmen ohne Handelsregistereintrag

  • Freiberufler
  • Kleingewerbetreibende
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Diese Rechtsformen dürfen einen Phantasienamen tragen, der aber unbedingt durch den echten Namen des Inhabers ergänzt werden muss. Sein vollständiger Vor- und Nachname muss auf allen Schriftstücken (Firmenbriefe, Rechnungen etc.) aber auch im Internet (Mails, Impressum der Website etc.) angegeben werden. Bei Freiberuflern genügt die Angabe des Nachnamens. Der Phantasiename stellt im rechtlichen Sinne keine Firma dar; er ist eher schmückendes Beiwerk.

Unternehmen mit Handelsregistereintrag

  • Eingetragener Kaufmann (e.K.)
  • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Aktiengesellschaft (AG) etc.

Die Bezeichnung von im Handelsregister eingetragenen Unternehmen ist die so genannte Firma. Die aufgeführten Rechtsformen haben wesentlich mehr Spielraum bzgl. ihrer Namenswahl. Du kanst wählen zwischen:

und müssen lediglich ihre Rechtsform mit angeben.

Markenrechtliche Aspekte

Dieser Punkt verdient besondere Beachtung, denn du bekommst leicht Ärger, wenn du mit dem gewählten Unternehmensnamen bestehende Rechte anderer verletzt. Das kostet dann nicht nur Zeit, sondern vor allem oft richtig viel Geld…

Die Registerauskunft des Deutschen Patent- und Markenamtes bzw. das Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt sind gute Ausgangspunkte für Recherchen. Im Zweifel empfiehlt es sich zusätzlich, einen Anwalt zurate zu ziehen.

Noch ein Hinweis zum Thema Phantasiename: Der Kreativität ist noch eine weitere Grenze gesetzt: Der gewählte Name darf nicht irreführend sein. Du kannst dich also kaum Ice Cream International nennen, wenn du lediglich Softeis an der Brücke im Park verkaufst…

7 Tipps für einen richtig guten Firmennamen

Nun kommen wir endlich zum konstruktiv-kreativenTeil. Wie soll er also sein, der Firmenname?!

  • Kurz, prägnant, verständlich
    Kann sich jeder potenzielle Kunde etwas unter dem Namen deiner Firma vorstellen? Du hilfst deiner Zielgruppe und damit dir, wenn der Firmenname greifbar ist und nur wenige Worte bzw. Silben enthält. – Lange, komplizierte Firmennamen sind – besonders am Telefon – ein echtes Hindernis…
  • Wiedererkennbar
    Es ist äußerst hilfreich, wenn sich Interessenten und Kunden an den Firmennamen erinnern können. Wähle also weder einen reinen Allerweltsbegriff noch kryptischen Buchstabensalat. Löst der Firmenname einen Wiedererkennungseffekt aus, können (potenzielle) Kunden auch später wieder auf dein Unternehmen zurückkommen. Im besten Fall entwickelt sich der Firmenname im Laufe der Zeit zu einer Marke, mit der die Einzigartigkeit deines Angebots assoziiert wird.
  • Unterscheidbar
    Soll dein Unternehmen aus der Masse der Wettbewerber herausstechen, empfiehlt sich ein Firmenname, der nicht stumpf die Begriffe wiederholt, die auch alle anderen verwenden. Als Hausverwaltung musst du also nicht zwangsläufig irgendwas mit „Immobilien“ heißen. Suche dir was besonderes!
  • Flexibel
    Im Hinblick auf deine zukünftige Geschäftsentwicklung, wählst du am besten einen Namen, der dich nicht auf ein konkretes Produkt festnagelt. Falls du dein Unternehmen z. B. Teekontor Herbert Schulze nennst, sind Kunden evtl. irritiert, wenn du später zusätzlich Weine anbietest.
  • Geschichtsträchtig
    Wenn du dich für einen Phantasienamen entscheidest, werden dich Kunden, Lieferanten, Presse und Co. immer wieder fragen, was es damit auf sich hat. Das ist gut, denn Menschen lieben Geschichten! Hab für diese Situationen eine interessante, authentische Story parat. So entstehen Bilder in den Köpfen deiner Zielgruppe und das erleichtert perspektivisch den Markenaufbau.
  • International einsetzbar
    Falls du ein Unternehmen planst, dass sich auf ausländischen Märkten bewegt, ist es wichtig zu schauen, ob der geplante Name für dein Unternehmen eine unschöne oder gar anstößige Bedeutung in den relevanten Sprachen besitzt. Oder hättest du Lust auf Sushi im angesagten Restaurant Fuk mi ?!
  • Domain verfügbar?
    Sehr wichtig in der heutigen Zeit… Hierzulande erwarten Kunden mehrheitlich eine de-Domain. Im besten Fall ist deine Wunsch-Domain noch nicht registriert. (Kann man bei DENIC rausfinden.) Falls du dafür zu spät kommst, kannst du sie evtl. dem aktuellen Besitzer abkaufen. Dann musst du schauen, ob du sie für einen fairen Preis bekommst. Unter Umständen lohnt es sich, auch die Verfügbarkeit des Firmennamens in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter zu prüfen…

Fazit

Einen richtig guten Firmennamen auszuwählen ist nicht ganz simpel. Die oben genannten Tipps beeinflussen sich ja zum Teil gegenseitig… Du wirst also Vorteile und Nachteile gegeneinander abwägen müssen.

Es ist so gut wie unmöglich, alles „richtig“ zu machen. Wenn du alle Probleme vermeidest, kreierst du wahrscheinlich einen sehr, sehr langweiligen Firmennamen.

Versetze dich am besten in die Lage deiner potenziellen Kunden und frage dich dabei z. B., wie der Name am Telefon, englisch ausgesprochen, im Kontrast zu Wettbewerbern, im Schriftverkehr und Online ankommt.

Und nun los – viel Spaß und gute Ideen!

Comments

3 Responses to “7 Tipps für die Wahl eines guten Firmennamens”

  1. Liz
    Februar 20th, 2011 @ 1:24 PM

    Prima Tipps! Sowas hab ich gesucht. Na ja es ist verdammt schwierig sich festzusetzen. Ist man erstmal drinnen und hat einen Namen, sollte man diesen ja auch behalten. Und fragt man andere Leute “hey, was stellst du dir unter blabla vor? An was denkst du wenn du das hörst”, na ja, das kann prima laufen, wenn man hört was man hören will, oder total nach hinten losgehen :)

  2. Eugen Sobolewski
    Februar 21st, 2012 @ 3:38 PM

    Ich würde noch einen Artikel mit den Tipps und Grundregeln der Namensfindung empfehlen:
    http://www.designenlassen.de/namensfindung-unternehmen-produkt

  3. Diddy
    März 7th, 2012 @ 11:37 AM

    Anmerkung zu Portalen für Namensfindung:

    Die Kreation von Fantasienamen mit evtl. inhaltlichem Bezug und die Prüfung auf verfügbare Domains / identische Marken sind nur der Anfang eines erfolgreichen Starts.

    Genaueste Ähnlichkeitsprüfung in den relevanten Markenklassen ist unabdingbar. Sonst kann es passieren, dass sich das Startup aufgrund einer Abmahnung / Unterlassung wegen älteren Rechten einer ähnlichen Marke neu aufstellen muss.

    Ähnlichkeitsrecherchen sollte jedoch eine spezialisierte Agentur begleitet durch anwaltliche Unterstützung durchführen. So schön und einfach solche Portale eine Namensfindung darstellen ist es nicht, erfolgreich zu starten.

    Viel Erfolg!

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